
Das Land der Katharer
Bollwerke der Häresie
Die Katharer waren eine der mächtigsten mittelalterlichen Häretikergruppen des 12. und 13. Jahrhunderts. Vor allem in Südfrankreich hatte die Glaubensgemeinschaft viele Anhänger, auch unter Adeligen. In deren Burgen verschanzte sich die Bewegung vor den Häschern der Kirche.
Weder Missionierungsversuche noch der 1209 begonnene Kreuzzug brachten die Katharer unter die Kontrolle des Papstes. Erst mit der systematischen Inquisition gelang der Kirche, was militärisch nicht zu erreichen war: 1244 fiel nach zehnmonatiger Belagerung die Burg Montségur, die letzte Hochburg der Bewegung. Über 200 Katharer starben auf dem Scheiterhaufen. Vereinzelte Anhänger hielten sich noch bis ins frühe 14. Jahrhundert. Erst mit der Hinrichtung des letzten bekannten Katharers 1321 endet die Geschichte der Bewegung endgültig.
Für die „Inquisition“-Ausgabe von GEO Epoche fotografierte ich das Land der Katharer und die vier wichtigsten Burgen in den Pyrenäen: Montségur, Peyrepertuse, Quéribus und Puilaurens.

Land der Katharer
Blick über den Ort Duilhac-sous-Peyrepertuse. Im Hintergrund auf dem Berg erkennt man die Silhouette der Katharerburg Quéribus.
Château de Montségur
Die Burg von Montségur war das Zentrum des Widerstands der Katharer gegen die katholische Kirche. In 1200 m Höhe erhebt sich auf einem schroffen Pyrenäenfels die Festung.
1243 entsandte der König von Frankreich eine Armee, um die Zitadelle mit den sich dort verschanzenden Katharern zu erobern. Nach zehnmonatiger Belagerung wurde Montségur 1244 eingenommen. Der Großteil der über 200 Katharer starb auf dem Scheiterhaufen.
Château de Quéribus
Die Burg Quéribus im Grenzland zwischen Frankreich und Spanien war eine von vielen Festungen, die adeligen Sympathisanten der Katharer gehörten. Wann immer die katholische Obrigkeit Truppen gegen die Abweichler entsandte, fanden Häretiker hier Schutz.
Château de Puilaurens
Mit wütendem Hass verfolgte die Führung der katholischen Kirche die Katharer, die trotz Nachstellungen nicht von ihrem Glauben lassen wollten. Die Burg von Puilaurens diente auch den Katharern als Rückzugsmöglichkeit vor der Inquisition.
Château de Peyrepertuse
Die Kernregion der Katharer im Languedoc war zwischen Frankreich, England und Aragón umkämpft. Daher konnte sich dort lange keine starke Zentralmacht entwickeln – und damit auch keine koordinierte Verfolgung der Abweichler. Zudem gab es in dem Gebiet zahlreiche Wehrbauten wie die Burg Peyrepertuse auf ihrem 800 Meter hohen Kalkfelsen.
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