Berthold Steinhilber Photography

Street Lights

Die wunderbare Welt der Strassenlaternen

Was man von unten sieht, ist selten, was man erwartet.

Wir schauen gerne auf, schauen nach oben und manchmal übersehen wir dabei das eine oder andere. Ein Wechsel der Perspektive kann durchaus Sinn machen und einen anderen Blick auf unsere Umgebung ermöglichen.

Die Straßenlaterne hängt still über uns, schaut auf uns herab und leuchtet uns Nacht für Nacht geduldig den Weg. Sie macht die Nacht begehbar, verwandelt das unheimliche Dunkel in etwas Vertrautes, verwandelt Straßenzüge im Nebel in einen mythischen Raum.

Griechen und Römer stellten einfache Tonlampen auf Masten, im Mittelalter gehörte die Nacht noch sich selbst – gelegentlich flackerten Kerzen, Fackeln oder ein Pechkranz an der Hauswand. Licht war teuer. Im 17. Jahrhundert hängte man in Paris Öllaternen an Ketten quer über die Straßen – und so hatte Europa seine erste Ville Lumière, seine Stadt des Lichts. Die Engländer entzündeten 1807 in London die ersten Gaslaternen, und sie leuchteten bis weit ins 20. Jahrhundert.
Es gab Quecksilberdampflampen, Glühbirnen, Kohlebogenlampen – und die Natriumdampflampe: die Arbeiterin unter den Leuchtmitteln, zweckmäßig, zuverlässig und gelblich-orange. Das neue Weiß der LED-Lampen ist präziser und sparsamer, aber das Licht weniger weich als das ihrer Vorgängerinnen.

Im Vorbeigehen sind die Lampen unsichtbar. Was man von unten sieht, ist selten das, was man erwartet. Manchmal erinnern sie mich an eine Art Gesicht, an nicht menschliche Augen. Sie faszinieren mich mit ihrer Ästhetik, die dafür nicht gemacht wurde.

Sehr schön wirken die Bilder, wenn sie zusammen in Serie gezeigt werden.

Straßenlaterne von unten fotografiert